Piräus 2015 - Best things in life... 

 

(Ja, ja, ich weiß. Es ist fast immer dasselbe.

Erst Bild vom Flieger, dann Bild vom Bus, dann Restaurants. 

Na und? Ostern und Weihnachten gibt es ja auch jedes Jahr...)  

 

 

Was haben der Bundestrainer Jogi Löw, die ZDF-Journalistin Marietta Slomka, der griechische Außenminister Nikos Kotzias mit mir gemeinsam?

Richtig: wir alle Vier kamen – ohne sich offenbar zu kennen -  

am 1. Juni 2015 im Frankfurter Flughafen zum Gate B 15, innerhalb weniger Minuten. Jogi Löw kam wohl gerade mit der LH Maschine aus Berlin vom Champions League Halbfinale zurück, Marietta Slomka weiß ich nicht, und Nikos Kotzias und ich flogen mit der LH Maschine um 13:40 Uhr von Frankfurt nach Athen, wir beide übrigens Holzklasse, nicht Business wie es sich gehört hätte,  

und er drei Reihen hinter mir.

 

Kotzias wurde in der Maschine von der griechischen Kabinenbesatzung nicht gleich erkannt und auf Englisch begrüßt, was ihn sichtlich etwas verwunderte, er sah aber auch in seiner Jeans mit dem Kleidersack über dem Arm wie ein deutscher Tourist aus, er hatte ja früher auch in Gießen studiert und an der Uni Marburg gearbeitet, und sich so vielleicht äußerlich assimiliert.

Aber in der Maschine erkannten ihn viele Griechen und grüßten  

mit freundschaftlichem Hallo.

 

Bei der Ankunft dann verließ er die Maschine aber doch über die VIP-Treppe und wurde sogleich standesgemäß erwartet.

 

 

 

Es war der griechische Pfingstmontag, uns so war der Bus vom Flughafen nach Piräus angenehm leer, auch in Frankfurt hatten  

wir schon fast die sonst übliche Hektik und das Gedränge erfreulicherweise vermisst. Vielleicht sollte man immer seine Reise montags beginnen, und nicht am Wochenende.

 

 

Aus der Agia Triada in Piräus beschallten die griechischen Geistlichen mit ihren Pfingstgesängen per Lautsprecher den gesamten Hafenbereich vom Tor E9 und begleiteten uns bis zu unserem Dreamhotel, das wir ja schon vom letzten Jahr kannten.

Schnell eingecheckt, na gut, die Aussicht aus dem Zimmer heute war nicht so prickelnd, aber für eine kurze Nacht würde es reichen.

 

 

Dann aber ab zum Hafen, Tickets für die Abfahrt morgen früh besorgen und gucken, was dort sonst so gebacken war.  

Der Plan an der Hotelrezeption hilft der Orientierung.  

 

 

Doch ich muss sagen, ich war enttäuscht. An der Hafenzeile am Karaiskaki Platz gibt es nur nochTicket-Buden, größtenteils um 20:00 Uhr schon geschlossen, kein Café, kein Imbiss offen.

 

 

 

Im damaligen 24-Stunden Café ist heute die Hafenaufsicht OLP untergebracht, und der von früher gewohnte und vertraute sehnsuchtsvolle Blick auf die ankernden Fähren wirkt heute sehr ernüchternd.

 

 

 

 

Ein Grund mehr, sich vom Hafen abzuwenden und ein Restaurant aufzusuchen, die Dim. Gounari hoch, nach ein paar Querstraßen rechts, und schon ist man im Piräus-Lieblingsrestaurant von Katharina von www.nissomanie.de (danke nochmals für den Tipp, Katharina), im RAKADIKO. Der Eingang ist recht unscheinbar, aber dahinter verbirgt sich eine ehemalige Ladengalerie, die zum Restaurant umgestaltet wurde, mit etlichen Gasträumen, die früher wohl jeweils ein kleines Ladengeschäft beherbergt hatte. So hat jeder Gastraum sein eigenes Flair, die alten Ladenschilder sind noch nachempfunden worden, eine gemütliche Atmosphäre. Und die Küche ist auch sehr empfehlenswert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein guter Tipp, denn so leicht ist es nicht, in Piräus – außerhalb des Yachthafens Zea Marina oder des Mikro Limani – ein geeignetes Lokal zu finden. Wer die endlosen Gassen der Hafenstadt durchstreift, weiß vielleicht ein Lied davon zu singen.  

 

 

Die angenehme Rücktour zu unserem Hotel führte dann aber doch noch an einigen sehr schön aufgemachten Delikatessenläden auf der Gounari Straße vorbei. War allerdings auch schon Ladenschluss. 

 

 

 

 

Jetzt von innen erleuchtet wurde sogar noch eine Taverne sichtbar, das TO STEKI TOY PEIRAIA an der Hausnummer 9, sicherlich eine Adresse für nächstes Mal.  

 

 

Auch hinter den Markthallen von Piräus, die natürlich um diese Zeit verwaist waren – quasi gegenüber auf der Ecke vom Triton Hotel hatte noch eine Außengastronomie geöffnet, das  

„TO REMPETADIKO TO PALIO ROLOI“ an der Dimosthenous Straße.  

Das Rembetiko zur alten Uhr.  

 

 

 

 

 

Vielleicht noch ein Grund mehr, die Abfahrt über Piräus weiterhin vorzusehen. Aber heute wollten wir ja nicht versacken, die Blue Star Delos sollte ja morgen um 7:25 h ablegen. Und so nahmen wir noch unseren Absacker auf der neu gestalteten Dachterrasse unseres Hotels, mit Blick über den Hafen und unsere Blue Star,  

die schon am Kai festgemacht hatte.

 

 

 

 

 

Oft höre ich, dass viele das wuselige Piräus nicht so mögen,  

zu laut, zu hektisch. Aber für mich ist es immer wieder ein schöner Einstieg in die griechische Welt, es sind halt Geräusche, Gerüche, Gefühle, die mich dort auch heute noch automatisch in eine Urlaubsstimmung versetzen können. Und so kann ich dem Wahlspruch an der Wand unseres Roofgardens nur zustimmen:

 

“The Best things in life aren´t things”.   

 

 

 

 

Kykladen, wir kommen.