Lipari – Inselumrundung
April 2018


Die Inselumrundung beginnen wir am Aussichtspunkt Belvedere Quadroocchi per Auto. Eine 28 km lange Straße führt um Lipari herum, wir fahren im Uhrzeigersinn die Westküste entlang. Kurz vor Pianoconte lockt uns ein kleiner Abstecher zur alten Terme di San Calogero, die lange nicht mehr in Betrieb ist, und wo junge Leute gerade wohl eine Kunstausstellung installieren. Ein altes Thermalbecken ist hinter dem Haus noch zu sehen. Ein wenig weiter nördlich wandern wir durch eine blühende Landschaft, durch die Weingärten des Weinguts Tenuta di Castellaro, wo der süße Malvasia Wein herkommt, das leider aber geschlossen ist.   


Bei Quattropani fahren wir rechts hoch zur alten Marienkirche „Santuario Chiesa Vecchia“ mit ihrer Marienstatue und genießen von hier die Aussicht auf die Nachbarinsel Salina. Etwas Kykladenfieber kommt da schon auf, angesichts der fast weißen Kirche über dem Meer.


Nördlich von Quattropani ändert sich das Landschaftsbild, die Küste wird steiler und wir erreichen das beschauchliche Acquacalda, ein Küstenort, der lange von seinem Bimsteinwerk dominiert war,  dessen Betrieb aber längst eingestellt wurde, wie der gesamte Bimsabbau seit 2007 auf der Insel. Der lange Kiesstrand zieht heute einige Badegäste an, die die absolute Ruhe des Ortes zu schätzen wissen.


Wir befinden uns nun an der Nordostspitze der Insel, auch hier kommt an der Küste wieder Kykladenfeeling auf, denn die weißen Klippen erinnern doch stark an die weiße Sarakiniko Küste von Milos. Und kurz hinter Acquacalda sehen wir auch schon die Industrieruinen der Cave di Pomice mit dem alles überragenden Bimssteinberg Monte Pilato.


Leider ist der weiter südlich gelegene Strand Spiagge Bianche (White Beach) am Capo Rosso heute nicht mehr weiß, der Wind hat den weißen Staub wohl fortgeweht, und so landen wir für eine Sonnenpause am Strand von Canneto. Hier herrscht schon eifriges Badeleben, denn die Insel hat ansonsten an schönen Stränden nicht allzuviel zu bieten. Das Wetter ist für April geradezu ideal, leicht über 20 Grad und Sonnenschein, und auch die Wassertemperatur beträgt schon satte 19 Grad.    


Der Straßentunnel südlich von Canneto ist gesperrt, und so erreichen wir nach einigen Kurven wieder den Hauptort Lipari, dieses Mal mit Blick auf den Yachthafen Porto Pignataro und die Akropolis von Norden.


In einer kleinem Bar der Fratelli Brüder an der Hafenstraße, gegenüber der Anlegestelle Marina Lunga beenden wir unsere Inselumrundung, hier  treffen sich die Inselbewohner, wie auch in griechischen Kafenions fast nur die Männer, um zu palavern. Und das können die Italiener ebenso wie die Griechen. Ein perfekter Ort für unseren Sundowner, auch wenn die Sonne in Lipari im Westen untergeht, und nicht in unserer Blickrichtung gen Osten aufs Meer. Dafür genießen wir am Morgen wieder einen wunderschönen Sonnenaufgang auf unserer Terrasse.


Und wenn ich ehrlich sein soll, so haben wir bei der Inselumrundung nicht gleich alle Ziele hintereinander angesteuert, wir haben uns die Zeit genommen, die Inselumrundung gleich an drei verschiedenen Tagen zu machen, ganz gemütlich, haben jedes Mal ein anderen Ausflugsziel angesteuert, verbunden mit jeweils einer kleinen Wanderung.


Sehr zu empfehlen ist auch der Weg zum alten Observatorium „Osservatorio S. Salvatore Monte“ auf dem Cappero an der Südspitze der Insel. Diese Tour beginnt am südlichen Stadtrand von Lipari, führt vorbei an Kakteen, Orangen- und Zitronenbäumen, bis die Nachbarinsel Vulcano mit ihrer vorgelagerten Halbinsel Vulcanello in voller Schönheit vor uns liegt.

       


Ich denke, wir werden auf einer weiteren Reise auch diese reizvollen Nachbarinseln von Lipari irgendwann einmal besuchen. Dann aber sicherlich nicht als Tagestouristen, sondern verbunden mit jeweils ein paar Tagen Aufenthalt dort. 


Mir hat die Woche auf Lipari ausgesprochen gut gefallen, erstaunlicher Weise.
Ja, es müssen nicht immer die Kykladen sein. Es können sie aber schon. Die Vorfreude ist groß.


Meine Lipari-Inselumrundung Fotos auf Google

   

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