Die Anreise nach Skyros

 

oder

Der schwarze Mann von Liosion
und ein Busschaffner mit Dekolletee
 

 

 

Ein altes chinesisches Sprichwort sagt:
„Jede auch noch so große Reise beginnt mit einem kleinen Schritt“. Bei mir beginnt sie mit einem kleinen Dreh.

Es ist der Dreh des Schlüssels in meiner Haustür. Danach bin ich weg, für eine Weile.

Die Fahrt mit dem Taxi um 4:30 Uhr zum Flughafen, das nervöse Warten, ob der Flieger auch wirklich pünktlich ist,

der knapp dreistündige Flug –
all das ist nicht wirklich Reisen. Es ist eher ein transportiert werden, ich fühle mich wie Stückgut.
 

 


Ganz angenehm, wenn man dann auf dem Flug einen netten Sitznachbarn hat, mit dem man ein wenig plaudert, und der

sich als Mitarbeiter der Fluggesellschaft herausstellt:

„Eigentlich sitze ich vorne links!“
Aha, also ein Flugkapitän vermute ich. Mit seiner Jeans und

der alten Lederjacke sieht er eher aus wie ein Taxifahrer.

„Ja, ja, Captain“ nickt er verlegen und flirtet mit seiner Kollegin, der Flugbegleiterin, die vor unseren Sitzen die Sicherheitsmaßnahmen vorführt und der er die Sauerstoffmaske versteckt, um sie zu necken.
"Mitte bis Ende Mai ist die schönste Zeit für die Kykladen, dann ist die Luft noch klar und aus dem Cockpit liegt einem die Ägäis zu Füßen, so messerscharf wie die Landkarten bei Google-Earth. Aber genau an diesen Tagen hab ich natürlich meine Kamera nicht dabei!"

Wohin es denn ginge? Frage ich ihn. „Andíparos“ sagt er,
mit weichem "d" und Betonung auf dem "í", per Blue Star.

„Ich hab dort ein Häuschen von meinen Großeltern geerbt, ich muss da mal ein bisschen was im Garten machen, umgraben und so, in vier Tagen geht es zurück.“ Also griechische Wurzeln, hätte ich nicht vermutet, er spricht perfekt Deutsch und ich vermute auch Griechisch. Interessant, schon oft sind wir mit Germanwings geflogen, und haben uns gefreut, wenn der Flugkapitän Jannis Kalivós plötzlich seine Erklärungen auch in Griechisch abgab, das macht nicht jeder und es stimmte uns wunderbar auf den Urlaub ein.

Ja, er sei der einzige unter den Flugkapitänen bei Germanwings,
der Griechisch spricht. „Na bitte“, sag ich: „dann haben Sie uns schon ein paar Mal sicher und unterhaltsam nach Athen geflogen“.
Das schmeichelt ihm und er entschwindet zu den Flugbegleitern, um dort eine extra Portion Kaffe für sich abzustauben. Dass wir ihn nach vier Wochen noch einmal auf dem Rückflug treffen sollten, hätte ich jetzt noch nicht gedacht.
 

 

Pünktlich landet der Flieger in Athen, und wir verlassen uns voll auf Edy aus dem in-greece.de Forum, der uns mit Informationen zur Anreise nach Skyros versorgthat.

(Danke, Edy!)

Vorsorglich fotografiere ich noch den Fahrplan des X93 Expressbusses, der uns zum Busbahnhof Liosion bringen soll, Fahrtzeit knapp eine Stunde.
Und richtig, wie vermutet werden die einzelnen Stationen nicht angesagt. Anhand meines Fotos auf der kleinen Digicam verfolge ich die Stationen, an der siebten müssen wir raus. Hätten wir glatt übersehen.
Auch die Haltestelle „Lision Intercity Bus Station“

ist unspektakulär, und der Hinweis von Edy:

„Bei der Werkstatt links die Straße rein“
war goldrichtig, hier liegt der Busbahnhof etwas versteckt.