Echt griechisch   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Leider spreche ich kein Griechisch. Das kann ich nicht.

Hab ich auch nie behauptet. Und ich bewundere diejenigen,

die es können.

 

Unser Aufenthalt dauerte nur ein paar Tage, doch beim Abschied fragt uns unsere Wirtin vom Panorama, wie es
uns denn auf Kíssnos gefallen habe.

 

Kíssnos? Nie gehört. „Ähh, wir kommen von Kéa, fahren
weiter über Tínos nach Páros..“ erklärte ich unsicher.
Kissnos? 
Ist das ´ne neue Insel?

 

Da ging mir ein Licht auf. Klar, wir befanden uns auf Kíthnos.

So wird das also ausgesprochen! Klar, das griechische th!

Eher wie ein weiches s oder richtiger wie th im Englischen. Schon auf dem Hinflug machte ich eine für mich erstaunliche Entdeckung:

Der griechische Flugkapitän Jannis Kalivós von Germanwings erklärte ausführlich die Flugstrecke, gab Hinweise, welche markanten Stätten wir von oben aus sehen konnten,

„links sehr schön die Mönchsrepublik Ássos…“ „rechts unter uns die Insel Skiássos“.

 

Ássos, Skiássos? Reden wir nicht immer vom Berg Athos – der klingt wie das komische Mietauto, das wir immer auf Naxos fahren?

 

Und heißt es nicht Skíathos, mit Betonung auf dem i, wie es in einschlägigen Reiseführern steht?

 

Nein, heißt es nicht, man braucht nur ein paar Mal auf die Durchsagen im Athener Flughafen zu achten. 

Skíathos versteht kein Grieche.

Aber wir haben eben unsere eigene Aussprache.

Amorgós heißt bei uns Amóoorgos, Folégandros heißt Folegáaandros, Athína heißt Athéeen. Wenn man das mal bedenkt, dann muss man sich auch nicht mehr über unsere ausländischen Freunde aufregen, die München permanent mit Munich betiteln, wir sagen zum belgischen Liége ja auch ganz frech nur Lüttich.

 

Wir sind keinen Deut besser.  

 

 



 

 

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