Stelida Adventures

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Also, es war zum Verzweifeln.
Endlich war der Urlaub da, aber Ruhe wollte nicht aufkommen.

O.k., es war schon Ende Juni, die Inseln füllten sich langsam
mit Touristen aus Skandinavien, auch jungen Leuten, internationalem Publikum.

Aber es war wie verhext, kein ruhiges Plätzchen zu finden.
Am Agia Anna auf Naxos fuhren die Mopeds vor unserer
Nase auf und ab.
Wir hatten ein schönes Apartment direkt an der Strandstraße.

Und auch vor der Taverne Paradiso herrschte reges Treiben, Sightseeing per Zweirad. Selbst am Strand hörte man die nahe gelegene Straße noch mit ihrem Verkehr.

Ruhe! Wir brauchten endlich Ruhe!

Also machten wir uns auf den Weg und suchten das
einsamste Haus der Insel.

Und wir wurden fündig. Auf der Halbinsel Stelida, hoch gelegen mit schönem Blick über den Prokopios Strand fanden wir es.
Ein Haus, ganz einsam, alle Zimmer mit Balkon.
Heute steht es leider nicht mehr allein, es wurde ringsherum zugebaut.

Aber so einsam wie es war, so schwer war auch der Besitzer zu finden.
Wir schauten uns in der Umgebung um und fragten in der nahe gelegenen Taverne nach.

Sehr freundlich schien der Wirt nicht zu sein.

"Signomi, wissen Sie vielleicht, bei wem man die Zimmer des Hauses dort oben mieten kann?"

"Welches Haus?"

"Dort oben, das am Hang."

"Warum?"

"Wir möchten dort gern ein paar Tage bleiben."

"Warum gerade dort?"

"Es ist so schön ruhig gelegen."

"Aha. Wie lange?"

"So drei bis vier Tage."

"Und dann?"

"Dann fahren wir weiter."

"Hm".

"Was würde es denn kosten?"

"Billig ist es nicht."

"Gut, wir nehmen es."

Widerwillig rückte der Wirt nach einigem Zögern einen
Schlüssel heraus, erklärte uns kurz das Wie und Was und ließ uns einziehen.

Das Zimmer war schön, offensichtlich war es vor kurzem noch bewohnt, frisches Bettzeug lag im Schrank, wir durften die Betten selbst beziehen. Ein Nachbarzimmer schien belegt zu sein.

Der Blick vom Balkon war fantastisch, und absolut ruhig war es auch. Merkwürdig, dass das Haus noch nicht von den Touristen entdeckt wurde, ein echter Geheimtipp!
Obwohl: nicht gerade billig.

Gäste sahen wir selten, es war ein griechisches Paar, eine junge Frau, die kurz mal tagsüber ihre Nase aus dem Fenster steckte.

Etwas merkwürdig war dann allerdings doch, dass auch hier einiges an Autoverkehr ablief. So viele Autos konnten die Gäste doch gar nicht haben!

Und irgendwie sah der Typ von nebenan auch jedesmal anders aus. Bis wir es merkten: auch hier herrschte reger Verkehr.

Das Haus war der Insel-Puff.

Na ja, solange es ruhig war!

 

 

 

 

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