Weit über das Meer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gestern wurde sie zu Grabe getragen.

Die Tante des Bäckers.

Gut, sie war schon über achtzig,

aber eigentlich ist das doch kein Alter.

 

Deshalb hatte der Bäcker geschlossen.

Schon um zehn begann der Dorfpope, der Papás,

mit der Zeremonie.

 

Zwei Stunden lang klangen die griechisch-orthodoxen

Gesänge aus der Kirche, das volle Programm,

und verteilten sich mit dem Wind über den Ort Stavros,

die Bucht und das Meer.

 

Dann trugen sie den Sarg aus der Kirche über den Strand, mühsam durch den tiefen Sand. Das ganze Dorf stapfte hinterher, erst die Familie, dann die Frauen, zum Schluss

die Männer.

 

Der Weg führte über den noch leeren Dorfstrand zum kleinen Friedhof oberhalb der Bucht. Ich denke, es ist der schönste Friedhof der Welt.

 

Abends blieben die Musikanlagen in den Tavernen stumm,

das einzige Zeichen für die Touristen, das etwas anders war

als sonst.

 

Am nächsten Morgen hatte der Bäcker schon wieder frisches Brot.

 

Συλληπητήρια, Sillipitíria.

 

 



 

 

 

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