Die Wanderwege von Donousa

 

 

  

 

Donousa ist wahrscheinlich die einzige Insel der kleinen Ostkykladen, deren Einwohner eigentlich lieber auf den Tourismus verzichten würden.

 

Sie leben ihr einfaches Leben das ganze Jahr über auf der
Insel,
während auf Iraklia, Schinoussa oder Koufonissi viele Menschen die Inseln zum Herbst hin verlassen, um in Athen oder auf Evia im angenehmeren Klima zu überwintern.

 

 

 

 

Ein harter Kern von vielleicht achtzig Bewohnern bleibt auf Donousa, genießt die ruhigen Wintertage und freut sich auf

den Sommer.

 

 

 

Originalton To Kyma:

 

 

 

 

 

Dass die Leute auf Donousa eigentlich lieber unter sich bleiben sieht man auch daran, dass sie sich rigoros weigern, Englisch

zu lernen.

So erzählt man sich immer wieder gerne die Geschichte, dass eine Amerikanerin in die Taverne kam, „ice-coffee“ bestellte, jedoch nur Unverständnis und Kopfschütteln erntete, obwohl natürlich jeder wusste, dass sie einen Frappé wollte.

Leider musste sie unverrichteter Dinge von dannen ziehen. 
 

Oder wem seine servierten Speisen zu lauwarm vorkamen,

der konnte sie gerne nochmal im Ofen aufwärmen lassen,

und bekam sie nach einem Stündchen fast verbrannt wieder

vorgesetzt.

 

 

Verwaister Frappé

 

Dennoch konnten die Donousianer sich der Touristen nicht ganz verwehren, sie kommen einfach ungefragt, zelten am Kedros- oder Livadistrand und versorgen sich im Dorf, was nicht sehr schwierig ist, da es dort auch öffentliche Trinkwasser-Zapfstellen gibt. Nach und nach vermietete der eine oder andere dann ein paar Zimmer – eher aus Gastfreundschaft denn aus Profitstreben. Das wilde Zelten nahm in den letzten Jahren solche Ausmaße an, dass man jetzt das Campen direkt an den Stränden verboten hat. Im Hinterland ist es aber noch erlaubt.

 

 

Ich erinnere mich noch genau an unseren ersten Donousa-Aufenthalt im Jahr 1993, wir bekamen mit Mühe bei Nachtankunft eine Bleibe irgendwo unter der Treppe, wechselten dann aber am nächsten Morgen in ein kleines Häuschen, das uns Nikitas vermittelt hat. Noch heute guckt

uns deswegen unser Treppenwirt nicht mal von der Seite an, aber er kennt uns noch sehr genau.

So sind sie halt, auf Donousa.
 

 

Unsere erste Bleibe

 

Mittlerweile jedoch ist eine veritable Touristen-Infrastruktur auch auf Donousa entstanden. Nachdem sich alles darauf konzentriert hatte, Rooms zu vermieten und Tavernen zu eröffnen, hat man sich nun darauf besonnen, mehr auf die Wünsche der Touristen einzugehen und die Infrastruktur zu verbessern.

 

 

 

 

Mein Haus, mein Auto, mein Boot. BlueStar vor Sigalas Rooms.

 

 

Die Touristes werden immer mehr.  

 

 

 

 

Ab Mitte Juni gehört auch ein Linienbus dazu, der im Sommer vom Hafenort Stavros über Mersini nach Kalotaritissa verkehrt...

 

 

...und die regelmäßigen Bootstouren mit der Donousa Magissa (Donousa Hexe), die Elias nach seiner Karriere als Grillmeister im Restaurant Aposperitis (Abendstern) nun als stolzer Captain durchführt.

 

 

Schon etliche In-greecler haben sich auf dem Boot für Werbeaufnahmen zur Verfügung gestellt.

 

 

Man besinnt sich auch wieder auf die Bedürfnisse der naturliebenden Wanderer, große Teile des sehr beliebten
Insel-Rundwanderwegs sind ja damals dem Straßenbau
zum Opfer gefallen.

 

 

Und so hat die „Cycladian Donoussa Community Cultural Association POSEIDON“ in diesem Jahr einen kleinen Wanderweg-Führer auf Englisch herausgebracht

„THE TRAILS OF DONOUSSA“,  in dem die fünf wichtigsten

noch erhaltenen Wege beschrieben werden. Das Heft liegt in den Geschäften und Tavernen aus und ist für einen Spendenbeitrag von fünf Euro zu erwerben.

 

 

 

 

Gleichzeitig hat man auch diese fünf Wege neu mit Markierungen versehen, gereinigt, kartographiert und kleine Wegweiser – als Steinmännchen – geschaffen, damit man sich nicht verlaufen kann.

 

Route 1: Stavros – Kalotaritissa 

Route 2: Kedros – Messaria

Route 3: Mersini – Livadi

Route 4: Kedros – Kato Mylos

Route 5: Stavros – Aspros Kavos

 

Leider fehlt das Stück „Mersini- Kalotaritissa“, aber genau das ist größtenteils dem Straßenbau zum Opfer gefallen.

 

 

Einer der schönsten Wege (neben Nr. 1) ist der Wanderweg

Nr. 4, den wir in Stavros beginnen, über die Panagia-Kirche

zum Kedros gehen, und vom Ziel, der Mühle „Kato Mylos“

weiter hinunter zum Livadi-Strand laufen wollen.

 

 

Von der Panagia Kirche hat man einen schönen Ausblick

auf den Hauptort Stavros, über das Meer bis nach Naxos.

 

 

 

Einstein stört das Bild. 

 

 

 

 

Der noch leere Kedros Strand, rechts oben auf der Landzunge ist unser Etappenziel, die Mühle zu erahnen.

 

 

Vorbei geht es an Gerantonis. Vom klitzekleinen Strand hat

das Meer in diesem Jahr nichts übrig gelassen.

 

 

Hier haben sich die meisten früher verlaufen. 

Man muss besser links hoch, anstatt den ausgetretenen

rechten Weg zu nehmen.

Der neue Steinwall deutet es an: "Der Weg geht links weiter." 

 

 

Dann hat man die untere Mühle "Kato Mylos" schon fest im Blick. Natürlich gibt es auch eine obere Mühle "Pano Mylos",

sie befindet sich zwischen Messaria und Mersini.

 

 

 Kato Mylos gehört den wilden Ziegen...

 

 

 ...die auch wohl zum Sterben hierher kommen.

 

 

Von der Mühle aus führt ein Weg hinunter zum Vathi Limenari.

 

 

Wir jedoch schlagen uns bis zur Straße durch und nehmen
von dort ein Stück lang den Fahrweg, der in das Monopathi
zum Livadi übergeht. 

 

 

 

Hier erschließt sich einem die atemberaubende Landschaft und das terrassierte Tal, mit der Mühle als Highlight.

 

 

Für das letzte Stück zum Livadi sollte man besser
schwindelfrei sein. Bei guter Sicht gibt es einen
tollen Ausblick auf Amorgós. Diesmal verschwindet die Insel

aber leider unter den Wolken im Dunst. 

 

 

 

Blick auf den Livadi-Strand. Der Weg auf der vorletzten Landzunge führt hoch nach Mersini.

 

 

Der Livadi-Strand 

 

 

Nach einer Badepause geht es zurück über den Hügel zur Straße, und wir lassen uns bis Stavros "me ta podia" abrollen.

 

 

Noch einmal die Mühle im Abendlicht, im Hintergrund die Makares Inseln und Naxos.

 

 

So sind wir wieder rechtzeitig im To Kyma zur Ankunft

der Express Scopelitis.

 

 

Eine gute Alternative ist es auch, vom Livadi hoch nach Mersini zu wandern und den Abend bei Litsa im Tzi Tzi zu verbringen. 

 

 

Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

 

 

 

 

 

 

Eine Busfahrt auf Donousa