Epano Koufonisi - Gitonia tis Irinis

im Juni 2013  

 

 

 

 

Es ist nicht so, dass alle auf Koufonisi „Mavros“ heißen.

Das meint man nur.

Genausowenig, wie alle auf Schinoussa Nomikos heißen,

auf Iraklia Gavalas, oder auf Donousa Markoulis, Prassinos
oder Skopelitis.

 

Dennoch ist eine gewisse Namensdichte auf den Inseln nicht
zu verleugnen. Es wundert einen schon ein wenig, wenn an
jeder Kneipe, jeder Unterkunft und auf jedem Bagger der Name Nomikos prangt.

 

Wahrscheinlich haben sich diese Familien in grauer Vorzeit mal
die Inseln von Naxos aus untereinander aufgeteilt:
„Ihr geht dorthin, wir gehen hierhin.“

Und dabei ist es dann geblieben.

 

Nun sind wir – von Schinoussa kommend - auf Koufonisi gelandet.

 


Den Tipp für die Unterkunft habe ich von Kaloin bekommen,  

der sich seit zwanzig Jahren bestens auf Koufonissi auskennt, dessen Kinder quasi unter dem Tavernentisch von Finikas aufwuchsen, und der die Fakten über die Insel schon mehrfach für den MM-Reiseführer zusammen getragen hat.
Er muss es wissen.
 

 

Und so landen wir bei der Familie Mavros.  

Hier hat der Künstler Antonis Mavros – ein Verwandter der legendären Finikas-Mavros-Familie– eine kleine Anlage geschaffen, die er „Gitonia tis Irinis“ genannt hat, übersetzt vielleicht mit „Die Nachbarschaft zum Frieden".

 

 

 

Alles ist im ursprünglichen kykladischen Stil neu errichtet.
Dickes Mauerwerk schützt vor der Sommerhitze, die Fenster
sind so angeordnet, dass eine gute Durchlüftung möglich ist,
eine Klimaanlage ist hier überflüssig, die Zimmerdecken sind
wie früher mit Schilfrohr verkleidet.

 

 

 

 

Auch sonst wurde auf alles Überflüssige verzichtet,
es herrscht der karge Kykladenstil vor, und man fühlt sich zurückversetzt in eine Zeit, als die Rooms noch einfach waren, Tisch, Stuhl und Bett die einzigen Möbelstücke hießen und der Zimmerschlüssel ungefähr fünf Kilo wog.

 

 

 

Florian– ein nicht wirklich griechischer Name – holt uns
von der Fähre ab und führt uns herum, die Auswahl
der „little houses“ ist groß, Anfang Juni noch nicht viel los.

Die Häuser sind etwas unterschiedlich ausgestattet, mal mit Küche, mal nur mit Kühlschrank, die großen sogar mit zwei Räumen. Alles ist um eine kleine Kirche herum angelegt,
die offenbar noch rege in Betrieb ist.

 

 

  

Jeden Tag um die gleiche Zeit erscheint eine ältere Frau,
die vor der Tür den Weihrauch anzündet und so unserer
guten Belüftung leider etwas entgegen wirkt.

 

 

 

 

 

Die Frühstücks- oder Abendtaverne in der Anlage ist noch
nicht in Betrieb. Sie soll aber in besseren Zeiten wesentlich
zur Geselligkeit der Anlageninsassen beitragen, sagt man.


Anstatt Nummern haben alle Häuschen eigene Namen – nein, Mavros heißt zum Glück keines - aber wir entscheiden uns
für das Haus Koutsobóla (Klatschmäuler),
aus rein finanziellen Gründen, ein Häuschen nur mit Kühlschrank für 50,- Euro pro Nacht, nicht gerade billig für Anfang Juni.

Ja, einfach kann auch teuer sein.

 

 
Und so genießen wir unser selbstgestricktes Frühstück
auf der schattigen Terrasse, die wegen unserer Käsespenden gerne auch von den hauseigenen Katzen aufgesucht wird.
Dafür ist unser Häuschen auch mäusefrei. 

Allerdings vermissen wir den direkten Meerblick etwas. 
 

   

 

Denn die Anlage liegt am Dorfrand, an der Straße Richtung Finikas, etwas nach hinten versetzt. Aber der Weg ins Dorf
ist nicht sehr weit, zeigt uns immer wieder schöne Einblicke
zum türkisfarbenen Meer.
 

 

 

 

 

 

 

In ein paar Minuten haben wir Bäcker und Supermärkte erreicht, und es gibt sogar dunkles Brot, sie nennen es „Mavros“!

 

Sag ich ja, wird alles von der Familie beeinflusst hier!

 

 

 

 

 

 

Morgen wollen wir die Insel neu erkunden, denn unser letzter Besuch liegt schon sehr lange zurück.

 

Koufonisi - An den Stränden 
 

 

 


 

Keines der Fotos von Koufonisi ist übrigens farbkorrigiert.

Die Farben auf Koufonisi sind wirklich so.