Mykonos - kleine Verbrechen

 

 

 

Diese Harmonie und perfekte Architektur von Mykonos mit dem bekannten Kykladenpanorama fasziniert mich immer wieder. Interessant: die roten Dächer der Kapellen, hier sind sie einmal nicht blau. Beim Ausblick vom Hotel am Morgen hebt es gleich die Stimmung und macht Kaffeedurst.

Wir schlendern hinunter durch den Ort Richtung Hafen, vorbei an der Schule, wo gerade der Ferienbeginn feierlich begangen wird.

Das Aufhängen der Lautsprecherboxen muss sich ja schließlich gelohnt haben. Und die Anlegestelle im alten Hafen, dort wo früher die großen Fähren anlegten, ist jetzt der Liegeplatz der Luxusyachten und kleinen Speedboote wie Seajet und Superjet.

 

 

 

In den Gassen ist um diese Zeit noch der Hund zwar nicht begraben, aber fast. Das feierfreudige Touristenpack liegt noch

tief im Salz. Erst gegen Nachmittag wird es hier wieder voller.

 

Das Leben der Mykioten spielt sich am Morgen fast ausschließlich am alten Hafen ab. Jetzt ist auch die Zeit für Petros gekommen, dem Pelikan. Willig zeigt er sich und lässt sich gerne fotografieren.

 

 

Er scheint genau zu wissen, welche Rolle er hier spielen muss,

als Nachfolger von etlichen Petroi auf der Hafenpromenade.

 

 

 

 

 

 

Mindestens genauso bekannt wie der Pelikan sind auch die vielen Knattermobile, die die Versorgung in den engen Gassen möglich machen. Früh übt sich...

 

 

 

 

 

Eins für Katharina ist auch dabei ;-)

 

Ein Touristenmagnet ist dieser Gemüsemarkt sicher nicht,

wäre viel zu gesund. Und ist am Nachmittag auch schon weg.

 

 

 

Auch der schöne Fischstand im Stil eines Segelschiffs wird den meisten gar nicht auffallen. 

 

 

 

Aber hier gibt noch den fangfrischen Fisch, direkt vom Kaiki angeliefert. Sie zappeln noch.

 

 

 

 

Wir wählen als Frühstückslokal das "Kadena", was soviel wie "Ankerkette" heißt, mit Blick auf die Agios Nikolaos tis Kadenas.

Es ist wohl eines der ältesten Hafenlokale in Mykonos, nah am Anleger der Ausflugsboote nach Delos gelegen.

 

 

Allein wegen dieser Atmosphäre am Hafen lohnt sich ein Besuch allemal. Auf den Euro darf man dann allerdings nicht schauen.

 

 

Beim morgentlichen Bummel dann durch den Ort zeigt sich die Paraportiani in schönstem Sonnenlicht, das Hafenviertel hat einen etwas morbiden Charme.

 

 

 

 

Shoppen geht natürlich auch schon am Vormittag.

 

 

Interessante Sonnenbrillen! 

 

 

Wir nutzen den Tag, um ein wenig die etwas abgelegenen Strände der Insel zu erkunden, mieten uns ein kleines Auto, denn die ortsnahen Strände scheinen uns eher windlastig und ungemütlich zu sein.

 

 

Natürlich nutze ich auch die Gelegenheit, für kleine Zwischenstopps, um ein paar Fotos zu schießen.

Doch dann passiert es:

 

 

Wir stehen am Rande der Landstraße nach Ano Mera, ich will gerade aussteigen um zu fotografieren, als plötzlich mit erhöhter Geschwindigkeit ein alter Coupé-Sportwagen angerauscht kommt,

so einer aus den 80er Jahren, der Fahrer mich wohl übersehen hat, voll in die Bremsen steigt, das Auto über die Straße schleudert und endlich vor uns zum Stehen kommt. 

Die beiden jungen Burschen, die in dem Fahrzeug sitzen, müssen wohl gepennt haben, oder gequascht, auf ihrem Weg zu Strand.

Aufgeregt steigt der Fahrer aus, ich bleibe im Auto sitzen, lasse das Seitenfenster herunter, und er brüllt mich auf Englisch an,

ob ich denn verrückt sei, hier auf der Landstraße einfach stehen zu bleiben. Ob ich denn nicht wüsste, dass hier nur Idioten am Straßenverkehr teilnehmen, Leute, die überhaupt keinen Führerschein besäßen, oder seit Jahren nicht mehr gefahren seien?

Ich antworte nur ganz ruhig: "You were too fast!"

Mhm, sicherlich nicht mein bestes Englisch, aber es bringt ihn so in Rage, dass er zurück zu seinem Auto geht, seine Brieftasche herausholt, eine Ausweis herausfischt und ihn mir dann unter

die Nase hält.

Polizei.

Ach du Schei...

Er sei Police officer, müsste jetzt seine Kollegen rufen, das sei sehr gefährlich, was ich gemacht hätte, und und und.

 

Ok., da ich weiß, dass Polizisten auch außerhalb ihres Dienstes ihren Beruf ausüben können, und ich mich schon mit einem exorbitanten Bußgeldbescheid versehen sah, wenn nicht gleich

ein paar Tage mykiotischen Knast - und unsere Abreise soll morgen sein - rudere ich zurück,

"Yes, sorry, you are right..." Nach mehrmaligen Schuldeingeständnissen überlegt er sich dann doch, dass er ja lieber mit seinem Kumpel zum Strand fahren wollte und man mit den idiotischen Touristen sowieso nur Ärger hat, er sich vielleicht auch nicht vor seinen Kollegen blamieren wollte (schließlich hatte ich nichts anderes getan, als an der Straße anzuhalten) und dass er es bei einer mündlichen Verwarnung belassen werde. Puh!

Und weg waren sie. Ein bisschen hatte es noch gedampft.

 

Im Nachhinein hätte ich vielleicht einfach sagen sollen, ich hätte eine Panne gehabt. Aber irgendwie erinnerte er mich auch an diesen verrückten Polizisten aus dem Kinofilm "Kleine Verbrechen". Nur dass ich zum Schluss nicht in der Eistruhe landete. Zum Glück.

 

 

Aber so ganz Unrecht hatte der junge Polizist ja nicht.

So einen chaotischen Verkehr wie auf Mykonos habe ich tatsächlich auf noch keiner anderen Kykladeninsel erlebt.

Die Leute fahren hier wie die Bekloppten, überholen rechts,

auch in engsten Kurven, Quad-Karawanen, LKWs ziehen an dir rechts und links vorbei, viel zu schnell.

 

 

Nun, nach diesem Schreck setzen wir unsere Tour durch Mykonos fort, machen einen kurzen Halt (auf einem Parkplatz!) in Ano Mera, das Kloster Panagia Tourliani hat natürlich Mittagspause, die Landschaft drum herum ist auch nicht sehr fotogen, aber ein Kapellchen mit einem roten Dach hab ich doch noch entdeckt. Sooo viele gibt es auf Mykonos dann doch nicht.

 

 

Unser Tagesziel ist der Lia Strand, der letzte erreichbare Strand an der Südküste, noch einigermaßen ruhig, aber auch hier

ist man Mitte Juni nicht mehr allein. 

 

 

 

Und so genießen wir dann den letzten Abend wieder am Hafen, setzen uns in unser geliebtes Kadena, wo mittlerweile auch der griechische Stammtisch eingetroffen ist, und denken schon fast

an unseren Abschied morgen früh.

 

 

 

Noch einmal zeigt sich Mykonos von seiner besten Seite.

 

 

 

So lässt man auch ein Hotelfrühstück gerne über sich ergehen.

 

 

Vom alten Hafen geht es dann mit dem Seajet innerhalb von zwei Stunden nach Rafina, mit dem Bus in einem Stündchen weiter nach Athen. Sicherlich auch ein Grund, warum Mykonos

so beliebt ist, es ist von Athen aus relativ schnell erreichbar.

 

 

Endlich wieder normale Leute!

 

 

Na ja, fast normal.  

 

 

Und normales Essen. Na ja, Fast-Food normal.

 

 

 

 

Ach ja,

was uns auf der Busfahrt vom Syntagma zum Flughafen auffällt:

Vor dem Hilton Hotel ist nun die 12 m hohe Skulptur "Dromeas", der "Läufer" von Costas Varotsos aufgebaut.

Sie erinnert an die griechischen Marathonläufe, besteht aus einer Unmenge von Glasscherben und stand ursprünglich mitten auf dem Omonia Platz. Wie schön, sie wieder hier zu sehen.

 

Schaut sie euch mal an. Beeindruckend!

Costas Varotsos - dromeas movie 

 

 

 

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