Sikinos - Heróon hin und zu 

 

 

 

 

Wenn man mich fragt:

"Eine Woche Sikinos, ist das nicht langweilig?"

Dann kann ich nur sagen: Ja natürlich.

Noch besser wären zwei Wochen!

Eine bessere Erholung gibt es nicht. Aber mich fragt ja  keiner.

 

Zurück zum Thema:

 

 

Wer das Signet auf der Wagentür des Gemeindefahrzeugs

von Sikinos sieht, denkt vielleicht eher an den Petersdom in Rom oder gar den Reichstag in Berlin, wegen der Kuppel.

 

 

Es handelt sich natürlich um eine Darstellung des Heróon/Episkopi, der wichtigsten Sehenswürdigkeit auf Sikinos, eines römischen Grabmals, das später als Kirche diente, in das die EU in den letzten Jahren schlappe 300.000,- Euro investierte. Restauriert wurde es dafür aber nicht, es wurde ja nicht verputzt oder angemalt, es sieht ja noch genauso aus wie von ein paar tausend Jahren. Aber davon später mehr.

 

Jedenfalls ist es uns bei vorherigen Sikinos-Besuchen schon zweimal wettertechnisch nicht gelungen, dieses Bauwerk zu besuchen. In diesem Jahr sollte es uns aber gelingen.

Dabei ist es eigentlich ganz easy. Die Gemeinde hat als kleinen Extrabus einen VW Bus angeschafft, der in der Vor- und Nachsaison bei geringem Fahrgastaufkommen eingesetzt wird. Das erhöht zusätzlich die Kommunikation der Fahrgäste untereinander, so lernt man sich schneller kennen.

Den alten roten VW Golf gibt es zusätzlich auch noch.

 

 

Also, los geht es von Floras Supermarkt bis nach Chora/Kastro, wo wir uns einen kurzen Rundgang natürlich nicht verkneifen können, zumal der Himmel wieder Kodak-blau ist und die Chora dann schon ihre ganz besonderen Reize hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das ist auch eine gute Gelegenheit, sich einmal um ein Quartier hier in Chora Gedanken zu machen. Im Anemelo, auf dessen

Dach wir gerade einen Drink nehmen, versorgt uns der nette Wirt George mit einigen Adressen, die wir bei dieser Gelegenheit dann noch abklappern.

 

 

 

Wir entdecken etliche bekannte und neue Rooms, als Standort wird Chora bei den Touristen offenbar immer beliebter.

Die meisten Anbieter sind auch unter www.sikinos.gr oder

im Internet unter Sikinos Accommodation zu finden.

 

Nun wird es aber doch Zeit, dass wir uns auf den Weg zum Heróon machen. Wir folgen einfach der Straße nach Südwesten, den Schlenker durch Chorio sparen wir uns dieses Mal.

Schon von der Straße ist die Aussicht genial, wir folgen ihr ein halbes Stündchen bis zu dem Wegweiser des alten Monopati zum Heróon/Episkopi.

 

 

 

Diesen sollte man allerdings nicht verpassen, denn sonst

kann man schon mal im Nirwana der Südwestküste landen.

Wenn man ihn dann gefunden hat, befindet man sich auf einem der schönsten Spazierwege der Kykladen.

Wer möchte, dem wird auch noch die Inseldurchquerung nach
Alopronia angeboten, oder der noch weitere Weg dann zurück nach Chorio. Aber wir wollen es ja nicht übertreiben.

 

 

 

Fast ohne Steigung gehen wir gemütlich am Hang entlang,

fast eine Stunde lang, lassen Chora mit dem hochthronenden Kloster Zoodochou Pigi zurück, bei einer Aussicht, die ihresgleichen auf den Kykladen sucht, mit Blick auf Paros, Antiparos, Sifnos, Kimolos und über Kardiotissa hinweg zum nahen Folegandros.

Der Weg ist gut markiert, ein Verlaufen kaum möglich.

Eine gute Empfehlung für Wandermuffel, die sich aber doch

noch etwas bewegen möchten, nur nicht bergauf.

 

 

 

 

 

So erreichen wir - fast schon zu schnell - unser Ziel.

 

 

Schon oft haben wir das Bauwerk von der Fähre aus gesehen, wenn wir von Folegandros kamen und Sikinos passierten. Nun

haben wir den Blick einmal anders herum, von dem Hang, von dem man auch auf die Südostküste blicken kann.

 

In den letzten Jahren hat die EU hier Restaurierungen machen lassen, wovon wir allerdings nicht viel merken. Offenbar wurde an den Nebengebäuden etwas herum gewerkelt.

 

 

 

 

Das Heróon selbst ist leider verschlossen, durch einen Türspalt kann ich mein Kameraobjektiv stecken und so einen Blick in das Innere werfen. Das römische Grabmal ist hier in der kargen Landschaft schon ein imposantes Baudokument, wenngleich es auch Wind und Wetter ausgesetzt ist und  daher ziemlich marode aussieht. Die Fassade ist wohl noch im Original erhalten, der hintere Gebäudeteil wurde dann später als Kirche ergänzt.

 

 

 

 

 

 

 

Da kann man nur hoffen, dass von den veranschlagten

300.000,00 € noch für die weitere Restauration etwas übrig ist.

 

 

Wir jedenfalls machen uns auf den Heimweg, dieses Mal laufen wir die Straße zurück, um auch noch einen Blick auf die Weinfelder von Manalis Winery und die vorgelagerten Kapellen zu werfen. Leider auch alles zu. Mittagspause.

 

 

 

 

 

 

Na, dann werden wir uns morgen mal dem Kloster Zoodochou Pigi zuwenden. Etwas später, im Abendlicht. Wahrscheinlich hat das dann auch wieder zu.  

 

 

 

 

 

Sikinos - Abend in Chora