24 x KYKLADEN AHOI!

Ein Foto-Trip zu den 24 ganzjährig bewohnten Kykladeninseln

Das Reisen auf einem Schiff, gibt es nicht ein Gefühl von Freiheit?
Das Umherschlendern an Deck, mit Blick auf die immer blaue Ägäis, sich den Wind um die Nase wehen zu lassen, die Sonne zu genießen, das macht schon frei. Und jede Insel hat ihre eigenen Reize, die das Kykladenfieber ausmachen und das Herz höher schlagen lassen. Hier heißt es nicht: Kennste eine, kennste alle. 
Lasst uns auf die Reise gehen, auf eine Reise von Insel zu Insel. Das heißt: 24 Mal ankommen mit einem Kribbeln im Bauch, oder Abschied nehmen, mit einer Träne im Knopfloch. Lasst uns noch einmal einen Foto-Streifzug zu den größten bewohnten Kykladeninseln unternehmen.

01_Koufonissi
Du kommst nach Koufonissi, und du suchst das türkisfarbene Meer. Natürlich findest du es, doch du findest noch mehr. Du lernst zum Beispiel Kostas kennen, den Dorfprominenten, Festmacher am Hafen, aber noch mehr die Seele der Insel, Badeboot Reeder und Touristenflüsterer. Du fühlst, er ist dein Freund geworden, für immer.

02_Donoussa
Fällt Dir bei diesem Foto etwas auf?
Genau! Die Leute lächeln hier. Warum? Keine Ahnung, sie lächeln halt immer hier. Sie lächeln, wenn die Skopelitis anlegt, sie lächeln, wenn die Skopelitis ablegt. Auf Donoussa sind die Leute einfach super drauf. Aber bitte nicht weitersagen!

03_Paros
Achtung Achtung, Paros! Wichtig, wichtig! Hier legen die dicken Pötte an. Loukis muss seine Rentcars loswerden, viele kommen, viele gehen. Ein Hauch von Kosmos macht sich breit, ein Hauch von großer weiter Welt. Es ist die Schwelle von Kykladenseeligkeit zur Arbeitsalltagswelt. Das Leben ist halt auch viel Traffic.

04_Kea
Wer kennt schon Kea? Das soll eine Kyklade sein? Doch, doch, und was für eine!
Ist zwar eher von Lavrio als von Piräus erreichbar, für viele Athener ein Naherholungsziel, besticht durch die überwiegend steile Küste, durchsetzt von zahlreichen kleinen Buchten, Meeresgrotten und Kaps. Und dann erwartet uns noch der lächelnde steinerne Löwe.

05_Mykonos
Mykonos, die Perle der Kykladen! Was früher als der Ursprung des Kykladenfiebers galt, gilt heute eher als dessen Gegenteil. Menschenmassen, Kreuzfahrer im Doppelpack, Schlangestehen am neuen Hafen in der prallen Sonne, das alles ist halt für viele nicht mehr lustig. Da bietet auch Klein Venedig kaum eine Entschädigung. Ein Tipp? Vielleicht früh morgens um acht?

06_Sifnos
Sifnos bedeutet Vielfalt, es muss nicht nur der Hafenort Kamares sein. Und auch nicht immer Gyros! Sifnos, die Insel der besten Köche der Kykladen und der besten Töpfer, obwohl -  gibt es da einen Zusammenhang? Vielleicht! Ein gutes Huhn aus einem Tontopf schmeckt besonders lecker, zum Beispiel bei Drakakis oder im Perivoli. Und jedes Jahr im September findet das Festival der Kykladischen Gastronomie „Nikolaos Tselementes“ in Artemonas statt. 

07_Tinos
Der erste Eindruck? Der Anleger für die Tinos-Fähren scheint ein wenig überdimensioniert. Aber das ändert sich, wenn am Wochenende etliche Wallfahrer(innen) eintreffen, die – oft in Begleitung eines Popen -  von Rafina kommend von den Fähren ausgespuckt werden. Ktikados, Pyrgos, Ormos Panormou, Volax: ach ist das lange her, da müssten wir mal wieder hin!

08_Sikinos
Wenn Hauptsaison auf Sikinos ist, springen hunderte von Jugendlichen der ablegenden Zanteferries hinterher ins Hafenbecken, früher der Adamantios Korais, heute der Dionysios Solomos. Warum? Weil sie es können!
Jetzt in der Nebensaison können sie es zum Glück nicht, denn sie sind gar nicht da!
Der Hafenkai gehört den wenigen Individualtouristen.

09_Naxos
Warum erinnern mich die Wartebereiche im Hafen von Naxos eigentlich immer an Pferche fürs Vieh? Egal. Schön geht anders, denn auch das ΠΡΟΒΛΗΤΑ Café– am Ende des Anlegestegs, wo man wenigstens noch Pinkeln konnte, gibt es jetzt offenbar nicht mehr. Trotzdem: Größer, grüner, gelassener – Naxos! Die heimliche Königin der Kykladen. Wer hier strandet, bleibt oft länger als geplant. 

10_Amorgos
Um es vorweg zu sagen: Von Katapola aus kannst du bei der Ankunft das legendäre Kloster Chozoviotissa oder die Windmühlen von Chora nicht sehen, auch nicht mit dem Fotoapparillo! Diese Insel ist nichts für Eilige. Wer hier ankommt, vergisst schnell die Zeit –Katapola oder Aegiali? Egal – beide Häfen sind kleine Welten für sich, noch besser Chora, Langada, Tholaria…

11_Iraklia
Was ist das Schönste an Iraklia? Richtig: die meisten der Tagesbesucher, die mit der MS Alexander von Naxos die Insel besuchen, kommen nie wieder. Die Insel ist einfach zu uninteressant, nichts los. Aber wer mit der Express Skopelitis kommt, wie wir, liebt die Ruhe und findet Wege, die eher Ziegenpfade sind, und eine Höhle, in denen sich angeblich Piraten und ein Zyklop verlaufen haben. Der Strand von Livadi? Fast zu schön, um echt zu sein – vor allem, wenn man ihn ganz für sich allein hat.

12_Ios
Far out, ganz weit draußen am Mylopotas Beach liegt der legendäre Jugendclub von Ios, da ist ganz schön was los. Und das seit Jahrzehnten. 
Der Gründer Barba-Christos Mykoniatis  begann in den 70ern, einen Treffpunkt für Jugendliche aus aller Welt zu schaffen, die mit dem Rucksack durch Europa reisten, in der Ägäis Inselhopping machten und ihr Glück suchten.
Aber Ios ist heute viel mehr, vielleicht die Kyklade mit der schönsten Chora und den meisten Sandstränden, unbedingt einen Besuch wert.

13_Anafi
Abgesehen davon, dass Anafi nicht leicht zu erreichen ist, sollte man vielleicht die Bewohner und die paar Aussteiger, die mit den Einheimischen dort leben, einfach in Ruhe lassen. Wer hier ankommt, steigt vielleicht ganz aus, und nicht nur aus der Fähre, mit der wir noch 1992 ausgebootet wurden, weil der Kapitän sich weigerte, an Anafi anzulegen, und man denkt: „War das jetzt eine gute Idee, hierher zu kommen?“ Ja natürlich. Denn wer dann den Kalamos bestiegen hat, den größten Monolith der Ägäis, der weiß warum.

14_Santorini
Santorini ist wie Anafi – nur mit mehr Menschen, Boutiquen, Pool-Bars und Loungemusik. „Hab ich mir die hochgelobte Insel so vorgestellt?“ Wohl eher nicht. Statt Stille gibt’s Partys, viel Verkehr, kaum Sandstrände. Aber die Lage, die Lage, die Lage! Die Blau-Weißen Postkartenmotive dürfen halt in keinem Instagram-Account fehlen. Und außerdem: Ganz früh oder ganz spät im Jahr würde ich gern nochmal wiederkommen.

15_Kimolos
Wenn man schon von „Schwesterinseln“ spricht, dann ist Kimolos sicherlich die Schwester von Milos, nur einen Katzensprung von Apollonia entfernt, die Fahrt mit der Osia Methodia dauert nur ein paar Minuten. Aber stilvoller ist es natürlich, mit der Solomos in Psathi anzulegen. Kimolos ist eine Oase der Ruhe mit einsamen Stränden, schon legendär ist das Wandgraffiti am Ortsrand: KIMOLO MOU PARADISO MOU, ein Spruch, der Sinnbild für die ganze Insel geworden ist.

16_Andros
Im Fährhafen Gavrio konnten alle noch schnell ein Schwätzchen mit dem Hafenmeister halten, bevor die BlueStar nach Rafina ablegte. Wer die Kykladen liebt, es aber lieber etwas „grüner“ mag, der ist auf Andros, nach Naxos der zweitgrößten Kykladeninsel, genau richtig. Die Insel bietet sich daher besonders für Wanderungen an, zum Beispiel durch das berühmte Mühlental. Ein guter Standort ist vielleicht das beliebte Batsí mit vielen Unterkünften und Tavernen.  

17_Syros
Regelmäßig kamen die Halvadopita- und Loukoumi-Verkäufer mit ihren Bauchläden an Deck, gingen durchs Schiff und verschwanden wieder beim nächsten Halt, um dann nach Syros zurück zu fahren. Lange hab ich sie nicht mehr gesehen, auf unseren Fahrten von Piräus über Syros nach Naxos. Die Aufenthalte auf Syros habe ich geliebt, den herausgeputzten Miaouli-Platz mit dem repräsentativen Rathaus, den Gang hoch nach Ano Syros, dem Viertel von Markos Vamvakaris, den Badeort Kini und nicht zuletzt den Traumstrand „Varvaroússa“ mit seinem weißen Sand am blauen Meer.

18_Schinoussa
Ja, auch diese Aufnahmen sind schon etwas älter. Schinoussa hat sich mittlerweile herausgeputzt, von der kleinen -  fast vergessenen – Kyklade zum Hotspot der betuchten Segler und Yachtbesitzer. Die windgeschützte Hafenbucht Mersini macht es möglich. Die Insel ist halt wunderschön, sanft hügelig, mit einem netten Hauptort und freundlichen Bewohnern. Und Schinoussa-Fava ist in ganz Griechenland bekannt und wird gefeiert. Das Fava-Festival findet jedes Jahr im Juni statt.

19_Folegandros
Gerade am Abend zeigt sich Folegandros von seiner schönsten Seite. Nach dem Sundowner hoch oben an der Panagia Kirche geht es in den Ort mit seinen schönen Plätzen. Manchmal überlege ich, wer dort eigentlich wen beäugt: die Touristen die Einheimischen, oder umgekehrt, die Einheimischen die flanierenden Touristen. Es ist ein Geben und Nehmen.

20_Antiparos
Wenn uns die Agia Marina Kapelle bei der Anfahrt an Antiparos begrüßt, geht das Herz auf. Hier ist es deutlich gemütlicher als auf der Schwesterinsel Paros. Früher ein Geheimtipp für Hippies, heute ein Urlaubsort für alle, die den Trubel von Paros links liegen lassen und ihre Kleinkinder gut versorgt wissen wollen. Und im Ort trifft man am Abend garantiert jemanden, der behauptet, Tom Hanks gesehen zu haben – eventuell sogar aus Gründen.

21_Thirassia
Warum fällt mir bei dieser Insel immer wieder ein kleines Verbrechen und ein Papamobil ein? Insider wissen warum. Die Ankunft im Hafenort Riva ist eigentlich  sehr ernüchternd, auch wenn das Papamobil schon für die Fahrt in den Ort bereit steht. Uriger ist es, von Ammoudi mit dem Gemeindeboot herüberzukommen. Ganz schnell wird man merken: Thirassia ist wie Santorini – nur ohne Luxusvillen und Kreuzfahrtschiffe. Hier ticken die Uhren langsamer, fast wie in früheren Zeiten. 

22_Milos
Milos – die Insel der Farben, Formen und Fotomotive. Hier sieht selbst ein rostiges Schiffswrack aus wie ein Kunstwerk. Die Strände? Von weißem Mondgestein bis zu roten Klippen und bunten Gesteinsschichten im weißen Sand. In den Bootshäusern von Mandraki und Klima holt man sich gern nasse Füße, um dann auf einer Bootstour wenigstens einmal Glaronissi gesehen zu haben. Ja, Milos ist jetzt sehr beliebt. 

23_Kythnos
Kythnos wurde lange außer von den Athenern und Seglern kaum beachtet. Doch inzwischen wissen viele: Wer Ruhe sucht, findet sie hier. Die heißen Quellen von Loutra hab ich leider nie gesehen, und auch die engen Gassen von Chora sind mir fremd. Mein einziger Besuch blieb auf den Hafenort und Umgebung beschränkt. Bestimmt ein Grund, die Insel doch einmal genauer kennenzulernen.

24_Serifos
Serifos – die Wilde unter den Kykladen. Felsig, rau und trotzdem sanft. Chora thront oben auf dem Berg wie Schnee auf dem Gipfel, und wer es schafft, hier hochzusteigen wird mit einer Aussicht belohnt, die jeden Schweißtropfen rechtfertigt. Unten locken die schönsten Strände, oben weht der Meltemi, und man wundert sich nicht mehr darüber, warum es hier oben so malerische Windmühlen gibt. Hier endet unsere kleine Kykladenrundfahrt, ein Rundtrip durch eine ganz spezielle Inselwelt, für die es sich jedes Jahr lohnt, wiederzukommen.

RICHIS KYKLADENFIEBER