Patmos - Auf der Suche nach meiner griechischen Taverne

 

Auch Patmos hat für mich einiges an kykladischem Flair zu bieten. Sowohl die Vegetation als auch die Architektur erinnern mich stark an die Kykladen. Eigentlich gehört die Insel ja zu den Südlichen Sporaren, aber da es politisch zu den Dodekanes gehört, zähle ich Patmos mal zu dieser Inselgruppe.

Schon vor einiger Zeit hatte ich das Buch von Tom Stone gelesen: "Meine griechische Taverne - Ein Sommer auf Patmos"

Ich war ganz begeistert und wollte die Insel und die Taverne unbedingt kennenlernen.

 „Wetten, die findest du nie!“ meinte mein Freund Kaloin vor der Abreise zu mir.
„O.K., um was wetten wir?“ „Ne Flasche Plomari, wie immer.“
Zwar nicht meine Biersorte, aber na gut.
Der Flug nach Athen ist gebucht, die BlueStar 1 am Abend vom Gate E1 nach Patmos auch - zum Super Economy-Preis von 20 Euro. Jetzt geht´s los. Wollen doch mal sehen, ob wir die Taverne von Tom Stone aus seinem Buch nicht doch finden können. Obwohl er ja eindeutig versucht, die Lage zu verschleiern. Aber es gibt ja auch einige Hinweise:

Seite 17:
„Die Taverne lag an der parallel zum Strand verlaufenden Straße, und von der Terrasse aus konnte man hinter Tamarisken den Sand- und Kiesstrand sehen und hatte einen herrlichen Blick auf die weite geschwungene Bucht, in der bunte Fischerboote – kaíkia – auf den glitzernden Wellen tanzten. In der Ferne erhoben sich anmutig die Hänge von Chiliomódi, eine kleine Insel vor der Küste von Patmos, auf der man Ziegenherden weiden ließ. Im Hintergrund konnte man im Dunst weitere kleine Inseln des Dodekanes erkennnen…“

Also auf. Athen zeigt sich wie immer von seiner sonnigen Seite, der Stopp in meinem Lieblingscafé an der Adrianou ist obligatorisch. Hier gibt es den besten Frappé, und Kosmos herrscht schon um 11 Uhr vormittags.

Auf der Fähre dann etwas ungewohnte russische Töne, Bierflaschen kullern über Deck, es wird schon mal gebechert – russische Pilger nach Patmos, wie wir später erfahren.

Aber der Start in das Abendrot hat was.

Kurzer Halt auf Syros, dann geht es nonstop bis spät in die Nacht nach Patmos durch. Thanasis holt uns zu dieser unchristlichen Zeit vom Hafen ab. Noch schnell einen Blick über das nächtliche Patmos geworfen und ab ins Bett. Der Panoramablick von den Sea View Apartments von Susi und Thanasis ist einfach umwerfend – auch noch in der Nacht.

Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg - hoffentlich bleibt er nicht so holperig wie der Anleger im alten Fischerhafen -
ganz systematisch, per Bus und zu Fuss! Livadi, also Strand – mit Tamarisken, Insel davor, Fischerboote, Taverne. Ja, hier müsste es sein. Alle Details stimmen. Na bitte: es ist die Taverne am Livadi-Geranou, mit Blick auf die kleine Insel. Irgendwie scheinen die Leute auf Patmos gerne im Wasser zu stehen, anstatt zu schwimmen.

Oder ist es die Taverne doch nicht?
Im Laufe der Tage entdecken wir immer mehr mögliche Ziele, eines schöner als das andere, Strände mit Tamarisken, Tavernen und Sand / Kies.

Der Blick von der Meloi-Taverne mit den Palmen davor ist berauschend.

Die Taverne am Lampi-Strand könnte es aber auch sein, an dem Strand mit den bunten Kieselsteinen. (Steinesammeln verboten!)

 

Oder die Taverne vom Psili Amos, nur per Boot, per Muli oder zu Fuß zu erreichen.
Na gut, passt nicht ganz, ist keine Straße in der Nähe.

 

Doch zur Bucht von Agriolivadi passt die Beschreibung wieder.

 

Nein, es ist die Taverne von Grikos! Ganz bestimmt! Hier war ich schon mal vor 25 Jahren, da gab es dort nichts als die Taverne und ein paar Häuschen, etwa zu der Zeit, als Tom Stone sein Patmos entdeckte. Hier könnte es also auch sein. Und immer ein Inselchen im Blickfeld.
Aber ganz sicher bin ich mir nicht.

 

Wir geben es auf und machen es uns auf unserem Balkon gemütlich. Morgen ist unser letzter Tag auf Patmos, da werden wir sie einfach fragen.
Thanasis hat uns eine Flasche Wein spendiert, Susi hat einen Kuchen gebacken.
Kurz vor der Abfahrt fasse ich mir ein Herz und frage Susi nach dem Standort der Taverne.

 

"Die aus dem Buch? Das ist die Taverne vom Kampos Beach, gleich die erste an der Straße Richtung Kampos. Das weiß doch hier jeder! Und Kalo Taxidi!“
Ach die! Gut, die haben wir auch gesehen. Es ist die mit der verglasten Veranda, ganz nett, aber verrammelt und verriegelt. Ausgerechnet die hab ich nicht fotografiert. So ein Mist. Ach, macht eueren Kram doch alleine! Na, wenigstens hab ich so meine Flasche Plomari gewonnen.
Na ja, nicht ganz. Da kommt der Kaloin zu Hause doch tatsächlich mit ´ner Flasche Plomari an, gefüllt mit Sand und Muscheln aus Iraklia, selbst gesammelt. Sogar einige Naxosaugen sind mit drin.

Jepp. Brauch ich den Plomari wenigstens nicht zu trinken. Wegen der Kopfschmerzen.

P.S.:

Natürlich habe wir zwischendurch auch das berühmte Kloster besucht, denn der heilige Johannes (der Apostel und Evangelist,
nicht zu verwechseln mit Johannes, dem Täufer) ist auf Patmos allgegenwärtig.

RICHIS KYKLADENFIEBER