SANTORIN - NIN HAO, JUNI 2014

Nur vier Stunden haben wir diesmal Zeit, um uns einen aktuellen Eindruck von Santorin zu verschaffen, denn wir kommen direkt von Naxos und warten auf ein Schiff, dass uns weiter nach Anafi bringt. Ein kleiner Ausflug nach Fira kommt uns da gerade recht.

Aber erstmal läuft die Blue Star Delos majestätisch in die Caldera ein, immer wieder ein Schauspiel für die Passagiere an Deck. Es wundert uns schon, dass die Fähre am 1. Juni so gut besucht ist, der Hafen Athiniós von Santorini wird plötzlich zum Wuselfeld.

Sehr heimelig ist die Gegend hier nicht, ein paar Ticketbuden, ein paar Autovermieter, ein paar Cafés und Tavernen. Nicht sehr einladend, hier vier Stunden zu verbringen, auch wenn sich die Menschenmenge schnell aufgelöst hat. Die Busverbindungen nach Fira hoch und wieder runter sind auch nicht gerade üppig, und so lassen wir uns überzeugen, ein kleines Auto zu mieten. Zumal der Vermieter auch anbietet, in der Zwischenzeit auf unser Gepäck aufzupassen. Und mit Taxis haben wir auf Santorini nicht so gute Erfahrungen gemacht. Wäre auch nicht viel billiger gewesen.

Gut, das mit der Gepäckaufbewahrung hätten wir auch woanders hinbekommen. Aber der Wagen ist schnell parat, und dann geht es in der Autoschlange die Serpentinen hoch, mit Blick auf die schon wieder auslaufende Blue Star. Wow!

Das Auto wird vor dem Hauptort auf einem öffentlichen Parkplatz abgestellt, ein paar Schritte, und schon stehen wir am Kraterrand. Ganz easy, das Ganze.

Viel hat sich seit unserem letzten Besuch nicht verändert. Geheiratet wird hier wie eh und je, die Event-Branche freut´s.

Wir schlendern durch die Gassen und besuchen unsere altbekannten Orte, wie das Café Select, wo wir uns sogar einen Cappuccino gönnen, für schlappe 4,80 €. O.k., da lassen wir mal 5 gerade sein beim bezahlen.

Das Select kennen wir schon seit 1981, in der Rubrik "Dias von 1981" sind einige Bilder aus dieser Zeit noch zu sehen.

Und wir nehmen dann lieber einen Imbiss in einem Lokal in der zweiten Reihe, zu ziemlich normalen Preisen, mit Blick auf die an uns vorbei trappelnden Mulis.

Was allerdings auffällt im Vergleich zu früheren Jahren sind die vielen Asiaten, die uns in Scharen entgegen kommen. Die Wirte in Fira haben sich darauf eingestellt, und so zeigen die Reklametafeln an den Touristenlokalen die Speisen sowohl in Englisch und Russisch als auch in Chinesisch an. Ob schon mal jemandem aufgefallen ist, dass hier das Griechische ganz fehlt? Etwas befremdlich, im wahrsten Sinne des Wortes! Da wundert es auch nicht mehr, dass an der nächsten Ecke ein chinesisches Lokal zu finden ist. Da kann ich nur grüßen: "Nǐn hǎo!"

Wer jedoch gute griechische Küche zu moderaten Preisen sucht, dem kann ich das Dionysos empfehlen, ein Gartenlokal, das nicht unweit vom Chinesen in der zweiten Calderareihe liegt, und das sich die Jahre über hier behauptet hat. Aber genug geschlemmt, auch vier Stunden sind keine Ewigkeit. Ein letzter Blick noch über den Tellerrand, dann geht es wieder hinunter zum Hafen.

Nun ja, jetzt wissen wir einmal mehr, warum wir hier nicht vier Stunden gewartet haben. Schöner ist es hier nicht geworden. Und schon kommt als Punkt in der Bildmitte unsere Aqua Spirit angeschaukelt, was wir später beim Anlegen auf Anafi bemerken sollten. Im Abendlicht verlassen wir Santorini, die Adamantios Korais im besten Licht. Ich denke, wir haben die Zeit gut genutzt. Natürlich hätten wir noch die eine oder andere Kirche auf Santorini besichtigen können, aber wir sind ja nicht zum Vergnügen hier gewesen. Und so winken wir unseren chinesischen Freunden ein letztes Mal zu. Das Abenteuer Anafi wartet auf uns.
"Zàijiàn!"

RICHIS KYKLADENFIEBER